Pilla erinnert sich: Gummiseile

Verein-Urgestein Pilla Hoffmann erinnert sich an die Anfänge unserer Vereinsgeschichte.

Das Gummiseil: Es gab sie in verschiedenen Ausführungen, je nach Anzahl der eingewirkten Gummifäden. Das 800ter-Seil - also mit 800 Gummifäden – war das Übliche. Für schwerere Maschinen, etwa Baby oder Falke benutzte man auch das 1000-fädige Seil. Für schnellere und schwerere Maschinen in großen Wettbewerben – der Rhön beispielsweise – kamen auch Doppelseile mit doppelten Zugseilen also, an denen acht bis zehn „Gummiseilfiguren“ - 16 bis 20 „Figuren“ wie die Jungen genannt wurden - die das Seil auszogen zum Einsatz.

Unsere Kuscherrt Gumiseile hatten einen großen Nachteil, der hing mit dem Umstand zusammen, dass wir auf einer großen Viehweide starteten. Sie rutschten oft und stanken nachher arg nach Kuhscheisse. Das machte das Seilaufwickeln nach dem Flugbetrieb zur Strafarbeit. Die ging so vor sich. Zwei Jungen mußten sich Rücken an Rücken aufstellen, die Arme nach vorn halten und sich ständig herumdrehen, bis das Seil zu einem Kreisbündel aufgewickelt war. Wer das hinter sich hatte, stank unheimlich nach Kuhscheisse und es gab bis zum Bau unseres Heimes keine Möglichkeit sich abzuwaschen. So bürgerte es sich ein, dass „Halbstarke“ - wie man sie damals nannte – zum Seilaufwickeln befohlen wurden, die sich irgendeiner kleinen Sünde schuldig gemacht hatten. So betrachtet waren unsere Gummiseile auch Instrumente zur Disziplinierung “aufmüpfiger „Knaben“...